Erfahrungsberichte Schule "Blaue Blume"

Erfahrungsbericht „Blaue Blume“

Als ich von dem Projekt erfahren habe, ein gemeinsames Theaterstück mit Vorschulkindern und Erstklässlern begleiten zu können, beschlichen mich zunächst gemischte Gefühle. Einerseits freute ich mich sofort auf diese Herausforderung, viele positive Auswirkungen fielen mir sofort ein. Auf der anderen Seite kamen mir jedoch auch Bedenken. Würden unsere Vorschulkinder aufgeschlossen und mutig genug sein, diese neuen Aufgaben zu meistern. Beim ersten Zusammentreffen in den Räumen der Grundschule waren meine Vorschulkinder noch zurückhaltend und beinahe ängstlich. Die vielen fremden Menschen, ihnen unbekannte Räumlichkeiten sowie das lebhafte Treiben im Schulhof schüchterten sie anfangs noch ziemlich ein.
Doch schon bei den nächsten Treffen zeigten sich deutliche Veränderungen. Sie wurden immer aufgeschlossener, mutiger und zeigten lebhaftes Interesse an dieser neuen Aufgabe. Diese positiven Veränderungen wurden insbesondere durch die stets herzliche und freundliche Art von Frau Günther, Herrn Schneider und den Studenten verstärkt.

Ein jedes Treffen begann mit einer liebevollen Begrüßung sowie netten und auflockernden Kennenlernspielen, die uns des öfteren zum Lachen brachten. In der zweimonatigen Vorbereitungszeit wurden im Rahmen von Gruppenarbeiten Masken und Kostüme gebastelt, Bühnenbilder erstellt sowie Texte und Tänze eingeübt. Frau Günther besuchte uns zusammen mit den Erstklässlern mehrere Male in der KITA, um das von ihr komponierte Lied „Blaue Blume“ einzuüben. Bis heute gehörte dieses Lied zu einem unserer Lieblingslieder.

Die Generalprobe rief in mir wieder alle Ängste hervor, sie war völlig chaotisch. Doch wie jedes Mal, wenn eine Generalprobe daneben geht, war der eigentliche Auftritt ein voller Erfolg!

Neben der Tatsache, dass die Kinder erlernt haben, ein Theaterstück von Beginn an bis zur eigentlichen Aufführung selbst entstehen zu lassen, wurde sowohl die Sprachkompetenz spielerisch gefördert wie auch das Sozialverhalten positiv beeinflusst. Durch die gemeinsame Zeit entstanden viele neue Freundschaften zwischen Vorschulkindern und Erstklässlern und die Räumlichkeiten der Schule wurden zum vertrauten Gebiet. Der Auftritt vor einem so großen Publikum forderte eine Menge Mut und führte bei unseren Kindern zu einem gesteigerten Selbstbewusstsein.

Noch eine lange Zeit war das Theaterstück und insbesondere auch die guten Leistungen unserer Kinder ein beliebtes Gesprächsthema nicht nur unter den Kindern aber auch unter den Eltern und Kollegen.

An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal herzlich bei allen bedanken, die dazu beigetragen haben, dass unsere Kinder die Möglichkeiten hatten an so einem wunderbaren Stück teilnehmen zu dürfen.

- Lydia Pilot
Erzieherin Familienzentrum Kray-Leithe

   

Erfahrungsbericht zum Theaterstück "Die Blaue Blume"

Unsere Schule hatte das große Glück an dem Projekt "Vorschultheater" teilzunehmen. Die Vorbereitungen für das Theaterstück "Blaue Blume" dauerten von April bis Juni. Einmal in der Woche fand das Treffen in unseren OGS-Räumen statt. Jeden Donnerstag besuchten uns die Vorschulkinder aus dem Familienzentrum St. Joseph, begleitet von der Erzieherin Lydia Pilot. Das ganze Projekt wurde von Herr Schneider sorgfältig geplant und koordiniert. Die Studentinnen, die mit uns zuammen an dem Projekt gewirkt haben, waren immer sehr gut vorbereitet und hochmotiviert. Durch die Kennenlernspiele, die am Anfang jeder Vorbereitungsstunde stattgefunden haben, wurden vielen Kindern Berührungsängste genommen. Die zum Thema des Theaterstücks ausgewählte Stuhlkreisspiele, trugen dazu bei, dass die Vorschulkinder und die Erstklässler sich recht schnell als gemeinsame Gruppe fühlten. Es war schön zu sehen, dass die Kinder sehr viel Spaß dabei hatten und sich näher kennenlernen konnten. Nach dem Einführungsspiel, wurden die Kinder immer in drei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe stellte Bühnenbilder her. Die zweite befasste sich mit der Textarbeit und die dritte Gruppe stellte Masken her. Es war für uns Pädagogen sehr aufschlussreich zu beobachten wie die Kinder sich in der für sie neuen Situation und Umgebung verhalten und zurechtkommen. Uns ist schnell aufgefallen welche Kinder länger brauchten, um sich zu akklimatisieren, neue Kontakte zu knüpfen und sich in der großen Gruppe zu integrieren. Mit jeder Woche wurde ihr Sozialverhalten verstärkt. Ihr Selbstbewusstsein wurde zunehmend gefördert, sodass die schüchternen Kinder sich immer mehr zugetraut haben und aus sich heraus gegangen sind. Aus der Sicht der sozialen Kompetenz, muss man erwähnen, dass die Zusammenarbeit in einer Theatergruppe durchaus positive Auswirkungen gezeigt hat. Es wurden Freundschaften zwischen den Kindern geschlossen, gemeinsam in den Räumen der Schule gearbeitet, gemeinsam gelacht und gesungen. Dazu zählten auch große Hilfsbereitschaft und freundlicher Umgang miteinander. Die Erstklässler haben Patenschaften übernommen, indem sie den Vorschulkindern beim Basteln geholfen haben, ihnen die Theatertexte vorgelesen haben, es wurden Führungen durch die Schule gemacht und natürlich gemeinsames Spielen auf dem Schulhof.

Die Teilnahme an dem Theaterprojekt hat für viele Vorschulkinder den Übergang vom Kindergarten zur Grundschule sehr erleichtert. Es verbindet uns gemeinsame Arbeit, neu geschlossene Freundschaften und die tolle gemeinsame Aufführung. Das Schulgebäude, so wie ein Teil vom Lehrerkollegium, Erzieher und der Schulleiter waren den Kindern nicht mehr fremd.

Der Text des Theaterstückes, verfasst von Prof. Haupt eignet sich sehr gut für die Arbeit mit den Kindern des Primärbereichs. Wir alle waren von dem Theaterstück sehr fasziniert. Die klaren, kurzen Sätze waren für die Kinder leicht Nachzusprechen. Es zeigten sich keine Probleme den Text schnell auswendig zu lernen. Es wurde darauf geachtet, dass der Text immer laut und deutlich ausgesprochen wurde. Der Text vermittelte den Kindern ein Allgemeinwissen über verschiedene Tiergruppen und Kontinente. Dabei haben sie ihren Wortschatz erweitert. Bei den gezielten Beobachtungen der Textarbeit, wurden bei den Kindern unterschiedliche Lernprozesse präsent. Man konnte verschiedene Defizite feststellen, zum Beispiel Konzentrationsmangel, Sprachfehler, Leseschwächen, u.a. Die Beobachtungen wurden den Eltern und Klassenlehren mitgeteilt.

Die Zusammenarbeit mit dem Familienzentrum St. Joseph ist sehr gut verlaufen. Wir freuten uns jeden Donnerstag auf den Besuch unserer neuen Freunde. Die Begeisterung der Kinder an der gemeinsamen Projektarbeit wuchs jede Woche aufs neue. Die Erzieherin Fr. Pilot zeigte sich immer sehr interessiert, kooperativ und hatte viele Ideen für die Umsetzung des Projektes. Alle Vorbereitungen haben wir zusammen besprochen und durchgeführt. Wir haben die Vorschulkinder einige Male im Kindergarten besucht, um gemeinsam das Lied "Blaue Blume" zu singen und die Tiertänze zu üben. Die große Stütze, für die ich mich sehr bedanken möchte, waren die Studentinnen, die ihre Arbeit gewissenhaft und mit viel Engagement und Motivation durchgeführt haben. Ohne sie hätte man das Theaterstück nicht in solch einem Ausmaß und in diesem kurzen Zeitraum vorbereiten können. Ihre Begeisterung bei der Arbeit mit den Kindern, zeigte sich in sehr großem Maße. Die Arbeit an diesem Theaterprojekt hat mir und den Kindern aus meiner Gruppe sehr viel bedeutet. Es hat unsere Gruppe noch mehr verbündet. Kurz vor der Aufführung haben wir fast jeden Tag Texte eingeübt, auf den Instrumenten gespielt, geprobt und gesungen. Jeder Tag in unserem Alltag drehte sich nur um die "Blaue Blume". Deswegen haben alle Kinder zusammen beschlossen unsere Gruppe "Blaue Blume" zu nennen! Es war für uns alle ein sehr schönes und gelungenes Projekt.

- Katharina Günther
Leiterin des OGS in der Leither Schule